Donnerstag, 8. Oktober 2026

Kleines Update

Vor einem Jahr habe ich mit Keto begonnen. Nach knapp fünf Monaten habe ich aufgehört. Nicht, weil es mir nicht gefallen oder gutgetan hätte. Nein. Mir wurden sämtliche Zähne gezogen. 

In den darauffolgenden Wochen war es mir Schnuppe, ob ich mich ketogen ernähre oder nicht. Ich aß das, was sich gut pürieren ließ. Später aß ich, was ich irgendwie kauen konnte, was sich quetschen ließ. Kartoffeln mit Soße. Nicht zu al dente gekochte Nudeln mit Soße. Kuchen. Weiches Brot in Kaffee getunkt oder geditscht, wie man auch sagt.  

Jetzt, nach acht Monaten, ist das Essen bzw. das Kauen mit den Prothesen immer noch schwierig, gelegentlich auch schmerzhaft. Das Repertoire habe ich ein wenig erweitern können. Sogar Knäckebrot habe ich inzwischen gegessen. Weich gedünstet geht fast alles, roh bleibt ein Thema. Ich freu mich über Tomaten mit weicher Schale. Mürbe Äpfel. Vor allem auf die endgültigen Prothesen, die hoffentlich ein bisschen mehr Ess-Spaß in mein Leben bringen. 

Interessant erscheint mir allerdings, dass ich noch nicht wieder zugenommen habe. Ich hatte 9 Kilo verloren, die sind mir erhalten geblieben. Es geht mir also nicht um weiteren Gewichtsverlust, wenn ich darüber nachdenke, zu Keto zurückzukehren. 

Es geht mir um den klaren Geist, um die Lebendigkeit und Frische. Die ich abgesehen von der Keto-Zeit das letzte Mal als Mädchen so erlebt habe. Um die Gelassenheit, was das Thema Essen angeht. Keine Heißhungerattacken. Kein Appetit auf Süß. Überhaupt kein Hunger zwischen den Mahlzeiten. Im Gegenteil. Wie absurd mir allein der Gedanke daran erschien. 

Das alles möchte ich zurück. Und das bekomme ich nur zurück, wenn ich auf Zucker, Mehl, Kohlenhydrate verzichte. Es ist mir vor einem Jahr nicht schwergefallen. Aber dann bin ich zurück zur "normalen" Ernährung. Die in meinem Fall auch viel mit Sucht zu tun hat. Mit dem vermeintlichen Schrei des Körpers: Gib mir! Sofort!  

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